Ängste
Definition, Symptome, Ursachen und Umgang mit Ängsten
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum uns die Angst manchmal gerade in stressigen Arbeitssituationen einholt? Stellen Sie sich vor, Sie jonglieren mit Deadlines, Meetings und einem Berg von Aufgaben. In solchen Momenten kann Angst blitzschnell auftauchen und Sie aus der Bahn werfen. Aber was steckt hinter diesem Phänomen?
In diesem Glossar-Artikel untersuchen wir die Definition, Symptome, Ursachen und Bewältigungsstrategien von Ängsten. Außerdem zeigen wir, wie Ängste als Warnsignale dienen können und wie sie sich von Angststörungen unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis:
- Definition von Ängsten
- Rolle der Angst als hilfreiches Gefühl
- Entstehung der Angst
- Symptome der Angst
- Unterschied Angst und Angststörung
- Teufelskreis der Angst und Vermeidungsverhalten
- Vermeidungsverhalten und Angst überwinden
- Professionelle Hilfe
- Zusammenhang von Angst und Stress
- Tipps gegen Angst
- Strategien und Übungen gegen Angst
- Entspannungsurlaub mit Mental Health Fokus
Definition von Ängsten
Angst zählt laut Paul Ekman zu den 7 Grundemotionen eines Menschen (neverest.at). Weitere sind Freude, Trauer, Ekel, Überraschung, Wut und Verachtung.
Laut MSD Manual handelt es sich bei Angst um ein Gefühl der Nervosität, Besorgnis oder Unsicherheit. Angst ist eine normale Reaktion auf eine wahrgenommene Bedrohung oder auf psychischen Stress.
Die Art und Weise, wie Menschen Angst erleben, kann stark variieren (Hogrefe Verlag). Einige erleben es als anhaltende Stimmung oder Sorgen, während andere plötzliche Angst- und Panikgefühle verspüren.
Rolle der Angst als hilfreiches Gefühl
Angstgefühle beruhen laut dem MSD Manual auf Furcht und erfüllen eine wichtige Überlebensfunktion. Sie lösen eine „Kampf-oder-Flucht-Reaktion“ bei gefährlichen Situationen aus, begleitet von verschiedenen körperlichen Symptomen.
Laut Planet Wissen führt diese „Schrecksekunde“ zu einer raschen Reaktion auf eine Situation. Dabei ist Angst nicht nur eine lähmende Reaktion, sondern kann auch ungeahnte Kräfte mobilisieren, um sich Gefahr zu stellen.
Entstehung von Angst
Laut angstselbsthilfe.de sind verschiedene Hirnareale bei der Entstehung von Angst beteiligt:
- die Amygdala als Angstgedächtnis
- der Hippocampus, der u. a. für die Bewertung bedrohlicher Situationen zuständig ist
- der Gyphothalamus bewirkt die Hormonausschütung und somit die Entstehung von Angstsymptomen
- der präfrontale Cortex ist das bewusste Kontrollsystem – die bewusste Bewertung einer Situation kann die Angstreaktion verstärken oder hemmen
Symptome der Angst
Laut Planet Wissen schütten die Nebennieren bei Angst die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Das Herz schlägt schneller und das Blut bindet mehr Sauerstoff. Somit ist der Körper besser in der Lage, anzugreifen oder zu fliehen.
Laut netdoktor.de können bei Ängsten folgende Symptome vorkommen:
- Herzklopfen
- beschleunigter Puls
- Schwitzen
- Zittern
- Atembeschwerden
- Schwindel
Nehmen die Symptome überhand oder kommen weitere unangenehme Empfindungen hinzu, kann es sich um eine Angststörung handeln.
Wie unterscheidet sich Angst von einer Angststörung?
Angst wird laut dem MSD Manual als Störung bezeichnet, wenn sie:
- in unpassenden Momenten auftritt
- unangemessen oft auftritt
- sie so intensiv auftritt, dass normale Aktivitäten beeinträchtigt werden
Teufelskreis der Angst
Angst kann manchmal aufgrund einzelner Gedanken oder körperlicher Symptome entstehen und sich selbst verstärken (Hogrefe Verlag). Wie dieser Mechanismus funktioniert, sieht man am sogenannten Teufelskreis der Angst. An einem beliebigen Punkt des Kreises kann eine Angstreaktion beginnen und sich zur Panik steigern.

Quelle: Hogrefe Verlag, https://www.hogrefe.com/de/thema/teufelskreis-der-angst
Ein Ausstieg gelingt ebenfalls an jeder Stelle des Kreises, durch eine entsprechende Bewertung.
Wenn Sie beispielsweise einen stressigen Tag hatten, könnten noch Stresssymptome in Ihnen wirken. Wenn Sie abends im Bett zur Ruhe kommen, werden Sie sich dieser Symptome bewusst und können sie auf den Tag zurückführen, anstatt sie als isolierte Gefahr zu betrachten.
Vermeidungsverhalten und Ängste überwinden
Menschen, die starke Angst- und Panikgefühle in bestimmten Situationen oder an bestimmten Orten erlebt haben, neigen dazu, diese zu meiden – selbst dann, wenn keine Gefahr droht (Gesund.bund.de). Das Vermeiden von Orten und Situationen, die eigentlich ungefährlich sind, kann jedoch die Lebensqualität beeinträchtigen. Es ist daher ratsam, die wahre Gefahr realistisch einzuschätzen. Ein gewisses Maß an Risiko gehört jedoch zum Leben dazu.
Wenn keine reale Gefahr besteht, kann es helfen, sich der angstauslösenden Situation zu stellen (Gesund.bund.de). Das Aushalten dieser Situationen und das Erleben, dass nichts Schlimmes passiert, entzaubert die Situation, den Ort oder das Objekt der Angst.
Falls dies nicht möglich erscheint, sollten Sie sich schrittweise der vermeintlichen Gefahr nähern, um zu erkennen, dass die Situation weniger gefährlich ist, als gedacht, und dass Sie sie bewältigen können (hellobetter.de).
Professionelle Hilfe
Sollten Ihre Angstgefühle über das erträgliche Maß hinausgehen und einer Angst- oder Panikstörung ähneln, die selbst nicht bewältigen können, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Die erste Anlaufstelle ist Ihr Hausarzt, um eine Diagnose und weitere Maßnahmen oder die Überweisung zu Fachärzten zu veranlassen.
Zusammenhang von Angst und Stress
Laut Beavivo hängen Stress und Ängste zusammen. Oft ähneln sich die Symptome stark: Stress kann Gefühle von Angst und Überforderung auslösen und lässt uns leichter Bedrohungen wahrnehmen. Daher können Ängste auch eine Folge von Stress sein.
Es lohnt sich daher, gezielte Maßnahmen gegen Stress [MS2] zu ergreifen, da diese nicht nur zur Linderung von Stresssymptomen beitragen, sondern auch das Potenzial haben, damit einhergehende Ängste zu reduzieren oder gar vollständig aufzulösen.
Tipps gegen Angst und Stress
Folgende Methoden können helfen, Anspannung und Stress im Alltag zu reduzieren (Gesund.bund.de):
- Entspannungsmethoden (Autogenes Training, progressive Muskelentspannung)
- Biofeedback in Kombination mit Atemübungen
- Sport und Bewegung
- Meditations- und Achtsamkeitsübungen inklusive Praktiken der Akzeptanz
- ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol und Koffein
- ausreichend Schlaf
- Aufgaben nach Priorität erledigen und realistische Ziele stecken
- Konflikte mit Mitmenschen klären
- Grenzen der Belastbarkeit kennen und verteidigen
Strategien und Übungen gegen Angst
Laut hellobetter.de können folgende Übungen bei einer akuten Angstattacke helfen:
- Fokus von Innen nach Außen lenken: 5 Minuten aus dem Fenster schauen und die Umgebung betrachten – mit jedem Detail. Alternativ einen Achtsamkeitsspaziergang durch die Natur unternehmen und die Umgebung aufmerksam wahrnehmen. Dadurch wandert der Fokus vom Inneren zur äußeren Realität.
- Situation neu bewerten: Die Sichtweise auf angstauslösende Situationen kann verändert werden, indem negative Gedanken durch positive oder akzeptierende Gedanken ersetzt werden.
- Sich selbst gut zu sprechen: Durch liebevolles Selbstgespräch können Ängste reduziert und Selbstunterstützung gefördert werden.
- Lockerungsübungen: Entspannungsübungen wie Atemtechniken und Progressive Muskelentspannung können bei Angst helfen, indem sie körperliche Anspannung lösen und dem Gehirn signalisieren, die Angst zu reduzieren.
- Meditationsübungen: Meditation hilft, Gedanken als vorübergehend zu akzeptieren und nicht automatisch auf sie zu reagieren. Dies erfordert Übung und kann dazu beitragen, die Angst zu mindern.
- Akzeptanz: Akzeptieren Sie Ihre Ängste, als ob sie wie ein Ball auf der Wasseroberfläche schwimmen würden, ohne sie zu unterdrücken. Dies ermöglicht der Angst, vorüberzuziehen.
- Mutig sein: Konfrontieren Sie Ihre Ängste schrittweise, beginnend mit weniger beängstigenden Situationen, um zu lernen, dass Sie sie bewältigen können. Belohnen Sie sich für Ihre Fortschritte und Ihre Selbstüberwindung.
Entspannungsurlaub mit Mental Health Fokus
Da Stress oft Angst auslöst, kann ein Entspannungsurlaub dazu beitragen, den Alltagsstress und die Anspannung hinter sich zu lassen.
Im Fritsch am Berg kombinieren wir klassische Wellness mit der geistigen Ebene. Mit unserem MentalSpa-Konzept können Sie lernen, wie ein leichtes Leben sein kann. Dabei beeinflussen Sie die eigene Gesundheit auf allen Ebenen, sowohl körperlich, emotional als auch geistig. Als Teil unseres Angebots setzen wir auf medizinische Biofeedback-Messungen und Trainings, die wissenschaftlich nachgewiesene Methoden zur Bewältigung von Ängsten und Stress darstellen. Unsere erfahrenen Coaches stehen Ihnen dabei zur Seite, um Ihr Wohlbefinden zu steigern und Ihre innere Balance zu fördern.
Angstbewältigung mit Biofeedback
Durch die Anwendung von Biofeedback kann der individuelle Stressreaktionsprozess genau analysiert werden. Dies ermöglicht uns, die Veränderungen in den Vitalparametern (Herz-Kreislauf-System, Muskelspannung, Atmung und mentaler Zustand) in ihrer zeitlichen Abfolge zu verstehen. Auf diese Weise können wir gezielt eingreifen und die Stressreaktion stoppen, bevor sie sich zu einer lähmenden Angst oder Panik ausweitet und den gesamten Organismus in Alarmbereitschaft versetzt.